Home  |  Impressum  |  Datenschutz  |  Sitemap
Quelle: Stadtkirche Offenburg
Quelle: Stadtkirche Offenburg

Steinmeyer-Orgel

Quelle: Stadtkirche Offenburg

Ihre Geschichte

Quelle: Stadtkirche Offenburg
Bis 1962 stand eine zweimanualige Orgel in einem neu-gotischen Gehäuse auf unserer Empore. Nach der vorletzten Renovierung beschloss man, eine größere zu bauen und das schöne gotische Gehäuse wurde geopfert. Viele Pfeifen aus der damaligen Orgel wurden aber übernommen, so dass circa ein Drittel unserer jetzigen Orgel schon ein Jahrhundert alt ist. Dies trifft vor allem auf weiche Flötenregister aus Holz. Die Orgeln von 1902 und 1962 stammen aus der Werkstatt von G.F. Steinmeyer in Oettingen, Bayern, einer namhaften Firma, die bis vor einem Jahr noch in Familienbesitz war und bekannt ist für die sehr gute Qualität der Technik.

Die letzte Renovierung

Quelle: Stadtkirche Offenburg
Vor der letzten Kirchenrenovierung von 2001 stellte sich die Frage nach einer Neugestaltung der Orgel wieder. Sollte man die Orgel wieder äußerlich an die Kirchenarchitektur anpassen oder ihr das spartanische Aussehen als Kind ihrer Zeit lassen. Die Tatsachen, dass ein Orgelneubau in dieser Größenordnung anderthalb Millionen DM gekostet hätte und dass die Technik dieser Orgel nach so vielen Jahren tadellos geblieben ist, machten uns Mut, die Orgel in ihrer jetzigen Form und Technik zu überholen und zu erweitern.

Zunächst war nach der Bauarbeiten ein komplettes Zerlegen und Ausreinigen des Instrumentes angesagt. Es bot sich aber bei dieser Gelegenheit an, einige Klangfarben, die unsere Orgel missen ließ zu ergänzen. Sie galt durch ihre Entstehungsgeschichte schon immer als romantisches Werk, aber typische romantische Stimmen fehlen in ihrem großen Repertoire.

Es begab sich zu dieser Zeit, dass die KG Ottenheim beschloss, ihre alte Steinmeyer-Orgel durch einen Neubau zu ersetzen, für uns ergab sich die Gelegenheit, sehr preisgünstig eine Windlade aus der dortigen Orgel zu kaufen. Die Windlade ist der Kasten, auf welchem die Pfeifenreihen stehen und in welchem, mit Ventilen und Kanälen die Befehle des Spielers umgesetzt werden und die Luft an die jeweilige Pfeifen freigegeben wird. Kurzum das Herz und die Niere der Orgel.

Gleichzeitig musste aber das Schwellwerk um 1 m nach vorne erweitert werden und hiermit war Platz für 5 neue Register geschaffen.

Das Schwellwerk ist der große Kasten in der Mitte hinten (aus dem Altarraum gut zu sehen), in welchem alle Register der dritten Manualklaviatur untergebracht sind. Durch Schließen und Öffnen der Jalousien lässt sich der Ton auf- und abschwellen und somit ein Lauter- und Leiserwerden ohne Änderung der Klangfarbe erreichen.

Inzwischen stehen auf der neuen Windlade schon 4 der 5 neuen Register, die der Orgel noch romantischer machen sollen, die säuselnden und schmetternden Stimmen.

Quelle: Stadtkirche Offenburg
Ein Register ist mehr als der Bedienungsknopf am Spieltisch: da jede Pfeife nur einen Ton von sich gibt, braucht man beim üblichen Tastaturumfang 56 verschieden lange Pfeifen gleicher Bauart. Die Länge der größten Pfeife in Fußmaß ist im Namen des Registers enthalten, demnach ist die größte Pfeife der Flöte 8' ohne den Fuß 2,4 m lang, die kleinste Pfeife des Sifflöte 1' gerade mal anderthalb cm lang. Die größte sichtbare Pfeife an unserer Orgel ist das C des Prinzipals 16' im linken Pedalturm und misst mit Fuß gut 6 Meter.

Bis jetzt sind nur 2 nagelneue Register in unsere Orgel eingebaut worden: das eine ist das Cornet, das nur 35 Töne in der Mittel- und Höhenlage hat, aber zu jedem Ton 4 verschiedenen Pfeifen gleichzeitig erklingen lässt. Diese Klangfarbe lässt sich in Worten leider nicht erklären.
Verständlicher wird es bei der Trompette harmonique 8‚, sie klingt so wie ihr Name suggeriert und ist keine herkömmliche Pfeife, da der Ton mit einer Messing Zunge gebildet und in einem konischen Pfeifenkörper verstärkt wird; die 56 Pfeifen dieses Registers kosten ab Pfeifenfabrik schon ¤ 3000,-, aber der Ton verleiht der Orgel Glanz und Kraft.

Die übrigen Register haben wir kostengünstiger aus dem Pfeifenlager der Orgelfirma Vier erhalten und sie stammen auch aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die Gamba 8' kommt aus einer Süd-Tiroler Orgel. Der Ton ist etwas streichend aber natürlich nicht mit einer echten Viola da gamba zu verwechseln. Die Vox Celestis (Stimme des Himmels) ist eigentlich das Markenzeichen der Orgelromantik. Neben der Gambe 8' steht ein noch enger mensuriertes Register gleicher Bauart und leicht verstimmt in der Tonhöhe. Dadurch entsteht eine Vibration zwei konkurrierender Töne, ein Säuseln aus himmlischen Sphären.

Schließlich rundet die Flute harmonique 8' das Bild ab. Diese Holzflöte hat dadurch eine besonders weiche und charakteristische Farbe, weil sie in doppelter Länge gebaut ist und in der Mitte des Pfeifenkorpus ein kleines Loch hat. Sie oktaviert, genauso wie, wenn ein Blockflötenspieler das Daumenloch freimacht und in die höhere Stimmlage gelangt.

Durch Tauschaktionen gibt es weitere Bereicherungen der Klangpalette zu melden:

Die Terzzimbel aus dem Rückpositiv kommt auf Lager, an ihren Platz kommt das Rankett aus dem Schwellwerk. An seinem Platz steht jetzt ein Fugara 4', ein enges Streichregister.

Die Schalmei 4' aus dem Schwellwerk kommt auf Lager, an ihren Platz kam die Trompete 4' aus dem Hauptwerk und an dessen Platz das Cornet.. Das Bourdon 16' aus dem Schwellwerk, das bis jetzt nur als Pedalregister spielbar war, ist jetzt auch als komplettes Schwellwerkregister hörbar und zusätzlich im Pedal als Bourdon 32' in den tiefsten Frequenzen, die das menschliche Gehör registriert (der tiefste Ton hat ca. 16 Hz) vernehmbar. Schließlich ist das Register Scharff aus dem Schwellwerk durch eine tiefliegende Mixtur ersetzt worden.

Das 51. und letzte Register der Orgel, Fagott 16', wurde dann im Laufe von 2003 eingebaut und gibt der Orgel ihre volle Klanggravität.

Unsere Orgel ist nun mit 51 Registern einigermaßen komplett und sie hat weit und breit das größte Schwellwerk mit 19 klingenden Registern.

Der Spieltisch

Quelle: Stadtkirche Offenburg
Der Spieltisch der Orgel ist auf der ganzen Empore fahrbar und die Verbindung mit der Orgel ist rein elektrisch. Tausende von Kontakten, Relais, Magneten und Ventilen sorgen für den Rest.

Im Spieltisch sind circa 250 Bedienungsknöpfe und in der Orgel werden demnächst im Rückpositiv 392, im Pedal 450, im Hauptwerk 1036 und im Schwellwerk 1220 Pfeifen ihren Dienst tun, insgesamt 3098, ca. 1 Pfeife pro Gemeindeglied!

Verfasst von Kirchenmusikdirektor Georges Aubert
Bezirkskantor von 1979 bis 2003.

 
Ansprechpartner
Quelle: Stadtkirche Offenburg
Christian Kühlewein-Roloff
geschäftsführender Pfarrer

Pfarrer Christian Kühlewein-Roloff ist geschäftsführender Pfarrer der Evangelischen Stadtkirchengemeinde und seit Frühjahr 2018 Gottesdienstcoach/-Berater. Nebenbei hat er noch einen bezirklichen Auftrag: Seit 2011 ist er Vertrauenspfarrer für Kirchenmusik in der Region Offenburg/ Kinzigtal  und unterstützt in dieser Funktion Bezirkskantor Traugott Fünfgeld und seine Arbeit. Zuvor war er 10 Jahre lang als Bezirksjugendpfarrer aktiv.

Telefon: 0781-9674498
Mobil: 01520-5642640
E-Mail
Quelle: Stadtkirche Offenburg
Katrin Bessler-Koch

Pfarrerin Katrin Bessler-Koch ist seit Oktober 2015 mit einer viertel Pfarrstelle an der Evangelischen Stadtkirche tätig. Sie gestaltet Gottesdienste und Kasualien (Taufen, Trauungen und Beerdigungen) und gibt Religionsunterricht. Außerdem ist sie mit einer viertel Pfarrstelle als Klinikseelsorgerin im Ortenau-Klinikum Offenburg tätig.

Telefon: 0781-9194850
E-Mail
Quelle: ev. Stadtkirche Offenburg
Andrea Vollmer-Hemala
Pfarramtssekretarin

Pfarramtssekretariat ist geöffnet:
Mo, Mi, Do, jeweils 9-12 Uhr

Sie finden uns:
Poststraße 16
77652 Offenburg

Telefon: 0781 - 24958
Telefax: 0781 - 78256
E-Mail